Was hat es mit atmosfair fairfuel auf sich?


In regelmäßigen Abständen informieren wir euch auf unserem Blog über spannende Entwicklungen auf dem Markt des nachhaltigen Reisens. Wahrscheinlich ist euch atmosfair bereits ein Begriff. Aber wenn man sich in der Ökologie-Bubble befindet, liest man in letzter Zeit auch häufiger den Begriff atmosfair fairfuel. Was es damit auf sich hat – und wieso wir glauben, dass es sich hierbei um ein richtig großes Ding handelt – erfahrt ihr hier.

Der Testsieger für CO₂-Kompensation

Wer sich für das Thema CO₂-Kompensation interessiert, der hat es schwer, am Berliner Unternehmen atmosfair vorbeizukommen. Aus zahlreichen internationalen, vergleichenden Studien ging das Unternehmen als Testsieger hervor. Es kommuniziert seine Prozesse und Ziele transparent, nutzt eindringliches Marketing um sein Publikum zu erreichen und ist bemüht, das Leben der Menschen wirklich zu verbessern.

Dabei folgt atmosfair einem zwar einfachen aber sehr stringenten Grundsatz: Aus Klimaschutzgründen sollte CO₂-Vermeidung wo immer möglich Priorität vor anderen Maßnahmen haben. Können aber CO₂-Emissionen nicht vermieden werden, so sollten zumindest Maßnahmen ergriffen werden, um diese Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren. Unvermeidbare Emissionen kompensiert atmosfair in hochwertigen CDM Gold Standard Klimaschutzprojekten (das ist der weltweit strengste verfügbare Standard).

Der Dreisatz „Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren“ ist so etwas wie der Goldstandard der Branche geworden. Doch sparen Klimaschutzprojekte von atmosfair nicht nur CO₂, sondern fördern auch nachhaltige Entwicklung durch Technologietransfer und Armutsbekämpfung.

Wir von Myecostay arbeiten – gemeinsam mit unserer Dachmarke France écotours – seit Jahren mit atmosfair zusammen und können dies aus unserer Erfahrung heraus auch jedem anderen Unternehmen empfehlen.


7 % – und das ist ganz erheblich

Fliegen ist ein Problem bei unserem Kampf gegen den Klimawandel. So viel ist Allgemeinbildung (oder sollte es zumindest sein). Doch gibt es zu dieser Aussage auch verlässliche Zahlen?

Wir wissen heute, dass Fliegen auf verschiedenen Wegen zum anthropogenen, also menschgemachten Treibhauseffekt beiträgt. Neben dem gemeinhin gefürchteten CO₂, führen auch die Bildung von Ozon sowie von Schleierwolken und Kondensstreifen zu einer Verstärkung der Wärmewirkung. Die Gesamtwirkung des Flugverkehrs auf den menschgemachten Treibhauseffekt wird dabei auf bis zu 7 % geschätzt.

Lediglich E-Kerosin (PtL)* kann diesen Effekt (teils erheblich) reduzieren und kann bei veränderten Flugrouten langfristig die Lösung für die Pariser Klimaziele im Flugverkehr bedeuten.

*PtL = Power-to-Liquid. Unter diesem Begriff sind verschiedenen Verfahren zusammengefasst, die mit Strom, Wasser und Kohlendioxid synthetische Kraftstoffe herstellen. Zunächst wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Anschließend wird der Wasserstoff mit Kohlendioxid zu einem Synthesegas umgewandelt und anschließend zu Kraftstoff weiterverarbeitet. Das Kohlendioxid kann aus Industrieprozessen,Biogas oder der Luft stammen. Der Vorteil von Power-to-Liquid-Kraftstoffen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen ist, dass sie klimafreundlicher und die eingesetzten Ressourcen unbegrenzt verfügbar sind.Dennoch ist die notwendige Infrastruktur noch begrenzt und der finanzielle Aufwand für Power-to-Liquid-Verfahren sehr hoch. (Quelle: Frankfurt am Main-IHK Wirtschaftsforum Magazine 10|11.2021)

Mit atmosfair fairfuel zu einem besseren Fliegen

Wir sehen, dass traditionelles Fliegen mit den Klimazielen, die wir uns gefasst haben, eigentlich nicht mehr vereinbar ist. Doch mit etwas Pragmatismus und anhand des genannten Dreisatzes „Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren“ wird es klar, dass es Abstufungen gibt. Am besten ist es natürlich, ganz auf das Fliegen zu verzichten. Doch wo dies nicht möglich ist, können Reduzieren und Kompensieren tragfähige Kompromisse sein. Die Verwendung eines mit atmosfair fairfuel gekennzeichneten Treibstoffes fällt unter die Kategorie Reduzieren.

Denn bei E-Kerosin handelt es sich um einen Treibstoff, der mit dem Schädigungspotential von herkömmlichem Kerosin nicht vergleichbar ist. E-Kerosin wird aus synthetischem Rohöl zu kommerziell anwendbarem Jet A-1 raffiniert. Das Rohöl wird durch Syntheseverfahren aus den Ausgangsstoffen CO₂ und Wasser unter Einsatz von Öko-Strom erzeugt. E-Kerosin kann in der bestehenden Luftfahrt-Infrastruktur eingesetzt werden, ohne dass diese modifiziert werden muss. Ein technischer Umbau bestehender Flugzeuge ist nicht notwendig.

Wir bei Myecostay haben uns am 03. Oktober 2021, gefreut, einen besonderen Livestream aus dem Emsland verfolgen zu dürfen. Gezeigt wurde die Einweihung der weltweit ersten Anlage, welche industriell E-Kerosin produziert. Dietrich Brockhagen, dessen Organisation atmosfair eine eigene Firma (solarbelt) und ein eigenes Label (fair fuel) gegründet hat, hob in seiner Rede hervor, wie wichtig es jetzt ist, keine Zeit mehr zu verlieren, und dass neben der Kompensation auch in technische Innovationen investiert werden muss.


Als Gütesiegel dient natürlich das „atmosfair fairfuel“. Weitergehende Informationen zu der Anlage im Emsland stehen hier und eine Aufzeichnung des Livestreams findet ihr hier.

Atmosfair ist es auch wichtig zu betonen, dass es bei atmosfair fairfuel seinen eigentlichen Klimaschutz-Leitsätzen treu bleibt: Vermeiden vor Reduzieren vor Kompensieren. Beim Flugverkehr ist das Reduzieren mit E-Kerosin nun technisch möglich geworden. Eine großartige Leistung!

Ist amosfair in dieser Mission ganz alleine?

… zum Glück nicht. Denn es gibt erfreulicherweise in ganz Deutschland weitere Power-To-Liquid-Anlagen. Und es werden immer mehr. Als „Power-To-Liquid-Anlage“ wird eine Anlage dann bezeichnet, wenn sie sie die Umwandlung von elektrischem Strom in Flüssigkraftstoff so praktiziert, wie wir es oben beschrieben haben. So geht beispielsweise die Region Region FrankfurtRheinMain mit entsprechenden Iniativen und Pilotanlagen in die Offensive, um sich auch dauerhaft als Wirtschaftsstandort klimafokussiert zu entwickeln. Und auch eine Power-to-Liquid-Quote für den Luftverkehr soll bis zum Ende des Jahrzehnts kommen. Tolle Nachrichten, die Lust auf mehr machen.

Atmosfair unterstützen

Wenn ihr die Arbeit von atmosfair unterstützen wollt und euch für weitere Aktivitäten des Unternehmens interessiert, dann haben wir euch hier noch ein paar Themen verlinkt:

-> Grüner Strom aus Ernteresten
-> Biogas für Bauernhöfe
-> Saubere Energie zum Mitnehmen

Merkliste