Bretagne - Eine Region mit einer ausgeprägten Identität

Bretagne – durch Gezeiten, Seewinde und Legenden geformt

Die Bretagne setzt sich aus vier Departements zusammen: Morbihan, l‘Ile –et-Vilaine, Côtes-d'Armor und Finistère. Die Region ist fast überall von Meer umgeben (der Atlantische Ozean im Süden und im Westen und der Ärmelkanal im Norden) und stellt mit 9 Millionen Besuchern im Jahr die viertwichtigste Tourismusregion Frankreichs dar. Dank ihrer einzigartigen Küche, ihren außergewöhnlichen Landschaften und ihren ausgeprägten Traditionen ist die Bretagne mehr als nur einen Abstecher wert. Am Rande der Massenkultur erfährt die bretonische Kultur seit den 70er Jahren eine wahre Renaissance.

Im Laufe der Jahrhunderte durch Gezeiten, Seewinde und Legenden geformt birgt die Bretagne ebenso viele zauberhafte Landschaften wie kulturelle Reichtümer. Die Region “am Ende der Welt” profitiert von einem ozeanisch geprägten moderaten Klima und unterteilt sich in sechs Klimaregionen. Durch den Einfluss der Gezeiten und starke Winde ändert sich das Wetter oft mehrmals am Tag. Von den 86 bretonischen Gebieten, die mit dem Label Natura 2000 ausgezeichnet sind, sind zwei Drittel Küstengebiete oder Wasserflächen.

Die 2730 km lange Küste ist geprägt von Dünen, Archipelen, Steilküsten, Flussmündungen, Salzgärten, Rias (tiefe Buchten, ehemalige Flussmündungen die vom Meer überspült wurden) und ca. 50 Leuchttürmen. Dieser abwechslungsreichen Landschaft verdankt die Bretagne einen außergewöhnlichen Reichtum an Vogelarten, die hier brüten, wie z.B. der berühmte Papageitaucher, der das Archipel der Sept-Iles als Brutstätte auserkoren hat. Die Meeresfischerei und die Muschelzucht spielen eine zentrale wirtschaftliche Rolle und tragen dazu bei, das gastronomische Erbe der Region zu erhalten.

Das Argoat im Landesinneren besteht aus Heidelandschaft, Mooren, Hainen und Wäldern. Seit der Altsteinzeit hat die Bretagne mehrere Besiedlungsströme unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen erlebt. Dazu zählen unter anderem die berühmten Kelten, die wie kein anderer Stamm die Region für immer geprägt haben.

Gebürtige Bretonen sind sehr stark mit Ihrer Heimatregion verbunden: nur 23% leben in einer anderen Region. Diejenigen, die die Bretagne in jungen Jahren verlassen, kommen jedoch auch am häufigsten wieder zurück. Das “Land der Inspiration” hat viele einflussreiche Persönlichkeiten hervorgebracht: große Seefahrer, Künstler, Humoristen oder auch berühmte Fußballspieler, von denen einige auf der ganzen Welt bekannt sind.

Öko & Bio in der Bretagne?

Die Bretagne ist eine riesige, mehr als 27.000 km² umfassende, Halbinsel und weist eine spektakuläre Küste, abwechslungsreiche Landschaften und eine extrem große Artenvielfalt auf. An den Küsten ist die Nachfrage nach Bebauungsgrund jedoch besonders groß. Deshalb ist das staatliche Küstenamt ganz besonders aktiv, um die geschützten Abschnitte vor Eingriffen zu schützen.

Das ehemalige Land der Haine hat sich in den 60er Jahren radikal verändert, vor allem durch die Politik der Flurbereinigung, die darauf ausgerichtet war, die landwirtschaftlichen Flächen zu vereinen. Diese bedeutete einen herben Rückschlag für den Landschafts- und Naturschutz und führte zu einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, einer Vereinheitlichung der Landschaft und der landwirtschaftlichen Produktion und zu einer zunehmenden Verschmutzung der Gewässer. Betroffen sind insbesondere das Grundwasser und die Küsten, die einer unkontrollierten Ausbreitung von Grünalgen ausgesetzt sind. Erst seit den 90er Jahren bemüht sich die Region langsam (wieder) um eine Entwicklung hin zu einer umweltschonenden landwirtschaftlichen Nutzung. Auch wenn die lokalen Gebietskörperschaften regelmäßig die Strände reinigen lassen, bleibt das übermäßige Wachstum von Grünalgen in den Buchten dennoch eines der größten Umweltprobleme der Bretagne. Die Lösung dieses Problems ist nur durch eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik möglich, die den Einsatz und die Ausleitung von Stickstoffdünger einschränkt.

Von den mehr als 62 % der Landesfläche, die landwirtschaftlich genutzt werden, entfallen lediglich 4,1 % auf den Bio-Anbau. Die Tendenzen, die sich hier aktuell beobachten lassen, sind denen im Rest des Landes sehr ähnlich. Dominiert wird der Anbau nach wie vor von der Heuproduktion (zu 70%) für die Viehzucht. Aber auch hier sind Biobauernhöfe stark im Kommen. Allerdings gibt es in der gesamten Region derzeit nur rund zehn zertifizierte Demeterhöfe.

Zu Fuß lassen sich die bretonischen Küsten auf dem berühmten Wanderweg GR34 erkunden, Der ehemalige Zöllnerpfad erstreckt sich auf fast 2000 km vom Mont Saint Michel bis zur Halbinsel Guérande. Die Fahrradwege sind auf alten Eisenbahnlinien, Treidelpfaden und auf Nebenstraßen ebenfalls gut ausgebaut. Zudem verläuft der Fernradweg Eurovelo 1, der das Nordkap in Norwegen mit Sagres in Südportugal verbindet, von Roscoff bis nach Saint Brévins les Pins auf einer Strecke von 1200 km quer durch die Bretagne. Es bleibt zu erwähnen, dass einige der bretonischen Inseln autofrei sind, u.a. die Inseln Sein, Houedic, Houat, Bréhat und Molène. Mehr dazu erfahren Sie auf unserem Blog.

Ein paar Fakten…

3.197.975 Einwohner, davon 23% Pensionisten
118 Einw./km²
Dreiviertel der Arbeitnehmer arbeiten im Dienstleistungssektor
Wichtige urbane Zentren: Rennes et Brest
27.208 km² Fläche
3010 Denkmalgeschützte Gebäude und 33 Landesmuseen

Quelle: INSEE