Griechenland – nicht nur geografisch zwischen Italien und der Türkei


Die griechische Mentalität und Lebensart sind natürlich maßgeblich vom Mittelmeer geprägt. Aber auch das geschichtliche Spannungsfeld zwischen dem christlichen Westen und dem osmanischen Großreich im Osten drückte dem traditionell orthodoxen Griechenland seinen Stempel auf. Die griechische Wirtschaft sieht sich seit ungefähr zwei Jahrzehnten in einer andauernden Krise, was sich glücklicherweise nicht negativ auf die Stimmung im Land ausgewirkt hat. Die Griechen genießen ihr Leben und viele Besucher Griechenlands schwärmen anschließend von diesem unspezifischen Gefühl der Freiheit und Unbeschwertheit, welches man in Griechenland so oft spürt.

Einige Fakten über Griechenland

Der formelle Name des Landes im Griechischen lautet Ελλάς, nimmt also direkt Bezug zur Eigenbezeichnung Griechenlands in der Antike. Und diese Tradition wird – wo es nur geht – erwähnt, gilt doch schließlich das antike Griechenland als frühe europäische Hochkultur und Geburtsland der modernen Demokratie, Philosophie und Literatur. Griechenland ist Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und – seit bereits 1952 – der NATO. Seit der gewalttätigen Episode der Militärregierung Griechenlands (zwischen 1967 und 1974) ist das Land eine stabile parlamentarische Republik. Auf knapp über 130.000 km² leben heute fast 11 Million Menschen. Das Land wird seit Jahren – beinahe jeden Sommer – von massiven Waldbränden heimgesucht und ist, neben Portugal und Spanien, zu einem europäischen Sinnbild der Klimakrise geworden. Normalerweise findet man in Griechenland ein überwiegend mediterranes Klima mit einem feucht-milden Winter und einem trocken-heißen Sommer vor. An den zahlreichen Küsten des Landes ist es im Winter auffallend mild – dafür regnet es dort häufig; Schnee hingegen sieht man ausgesprochen selten. Die Sommer in Griechenland sind teilweise sehr heiß und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter.


Flora und Fauna – eng verbunden mit griechischer Mythologie

Die Tier- und Pflanzenwelt Griechenlands hat in 10 Nationalparks und 2 Meeresnationalparks besondere Schutzzonen und Rückzugsorte gefunden. Das ist auch notwendig, denn zum einen ist Griechenland sehr artenreich, zum anderen sind viele Arten auch gleichzeitig sehr gefährdet. Der hohe Artenreichtum ist auf die klimatischen Unterschiede zwischen gebirgigen Regionen und der Küste zurückzuführen, wie auch zwischen dem griechischen Festland und einigen Inseln. Wer sich nur etwas in der klassischen griechischen Mythologie auskennt, der weiß, dass dort Götter häufig die Gestalt von Naturerscheinungen oder Tieren annehmen oder auf andere Art mit der Natur verbunden sind – was man etwa bei Pan, Hera oder Chloris gut erkennen kann.

Doch die Antike war sicherlich keine Zeit des Umweltschutzes, wurden doch in unterschiedlichen Perioden des Altertums riesige Bestände an Wäldern gerodet, da man das Holz anschließend fürs Heizen, Kochen oder als Bauholz (auch für Schiffe) benötigte. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen lassen sich auch heute noch im gesamten Mittelmeerraum sehen. Heute findet man in Griechenland beinahe 4 Million Hektar Forst und 3 Million andere bewaldete Gebiete, wobei über 75 % des gesamten Forstes im Eigentum des griechischen Staates steht.

Einige Teile vom „Grünen Band Europa“ – eines besonderen Schutzprojekts, das sich entlang des Grenzstreifens des ehemaligen Eisernen Vorhangs schlängelt – befinden sich in Griechenland. Die beiden Hauptziele des Projekts sind der Erhalt bedrohter Arten sowie die barrierefreie Vernetzung verschiedener Gebiete in der Region. Wenn man sich auf eine Reise entlang der Linie des Grünen Bandes begibt, wird man feststellen, wie artenreich Flora und Fauna in den unterschiedlichen Lebensräumen in Mittel- und Osteuropa sowie im Balkan sind.


Von uns mit Herz

Schildkröten sind ein sehr gutes Beispiel für den biologischen Reichtum in Griechenland. Schildkröten, sowohl Land- als auch Meeresschildkröten, ziehen jedes Jahr Besucher aus der ganzen Welt an, aber sie sind heute durch die Zerstörung ihres Lebensraums, die Störung ihrer Nistplätze und die zahlreichen Folgen des Klimawandels bedroht. Angesichts dieser Bedrohungen hat die Nichtregierungsorganisation Archelon seit 1983 verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Meeresschildkröten und ihres Lebensraums ergriffen. Ihre Hauptaktivitäten sind Überwachung und Forschung, Rettung und Rehabilitation kranker und verletzter Schildkröten sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, insbesondere von Kindern.

Astypalea, eine griechische Insel mit 1.200 Einwohnern, wird in eine zu 100 % elektrische Insel umgerüstet. Dank einer Partnerschaft zwischen dem Automobilhersteller Volkswagen und der griechischen Regierung werden nach und nach alle Fahrzeuge auf der Insel durch Elektrofahrzeuge ersetzt, vom Polizeiauto bis zu den Fahrzeugen, die für Carpooling angeboten werden. Sie sind nicht nur CO2-frei, sondern werden auch mit 100 % Ökostrom aus einem Solarkraftwerk betrieben, das bis 2023 auf der Insel installiert werden soll.

Und schließlich beweist das Panhellenische Biocyclic Vegan Network, dass es auch in Griechenland innovative Initiativen für den ökologischen Landbau gibt. Die biozyklische Landwirtschaft ist eine rein pflanzliche Methode des ökologischen Landbaus. Konkret bedeutet dies, dass jegliche kommerzielle Zucht und Schlachtung von Tieren ausgeschlossen ist und keine tierischen Produkte, wie beispielsweise Gülle, verwendet werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung der biologischen Vielfalt und des Bodens. Das panhellenische Netzwerk umfasst bereits rund 80 Familienbetriebe, die diesen Grundsätzen folgen. Dank eines ausgeklügelten Systems der Rückverfolgbarkeit ist es für den Endverbraucher dann sehr einfach, den genauen Herkunftsort seiner Orangen, Kiwis oder Zitronen zu ermitteln.

Griechenland und der Tourismus

Neben dem Handel ist der Tourismus der entscheidende Wachstumstreiber der griechischen Wirtschaft und entsprechend bemüht sind die griechischen Behörden, Abwicklungen in touristischer Sache so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Hervorzuheben sind die inzwischen immer beliebter werdenden Möglichkeiten, in Griechenland als digitaler Nomade zu leben und zu arbeiten. Auf zahlreichen Portalen und Internetseiten finden sich viele Fans des Lifestyles als digitaler Nomade in Griechenland – und in absehbarer Zeit findet ihr auch auf unserem Portal einige Mietobjekte, die sich an diese modernen Nomaden richten.

Quellen

Für diesen kurzen Artikel über Griechenland haben wir uns an den folgenden Quellen orientiert:

Einige weitere interessante Zahlen

  • - Ökologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen: 9,5%
  • - Geschützte Flächen: 35 % des griechischen Territoriums
  • - Anzahl der Nationalparks: 10 + 2 Meeresparks
  • - Anzahl der Natur- und Kulturgüter, die zum UNESCO-Erbe gehören: 18
  • - Anzahl der immateriellen Kulturgüter (UNESCO): 9
  • - Anzahl der Eurovelo-Routen: 3 (Eurovelo 8, 11 und 13)
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