„Naturo-culture“ – eine innovative Anbaumethode unseres Bio-Winzers Eric

Naturo-culture” – eine innovative Anbaumethode

Im Jahr 2000 hat der Bio-Winzer Eric den elterlichen Hof mit einer Größe von 24 Hektar übernommen. Die im Département Hérault liegenden Ländereien kauften einst sein Vater und Großvater, als sie von Algerien nach Frankreich übersiedelten. Einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Anbaumethoden in ihren Weinbergen praktizierten Vater und Großvater bereits in Algerien und auch in Frankreich bevor Eric den Hof übernahm. Dieser Familientradition wie auch dem wissenschaftlichen Fortschritt fühlt sich Eric verschrieben und hat in den letzten 8 Jahren eine neuartige Anbaumethode entwickelt, welche er „naturo-culture“ getauft hat.

Zusammen mit dem Heilpraktiker Michel Barbaud, einem französischen Wissenschaftler, der auch in Italien tätig ist, hat Eric die „naturo-culture“ auf den Punkt gebracht: Sie haben eine Möglichkeit entwickelt, die es auf natürliche Weise erlaubt, in jede Phase der Produktion einzugreifen. Die Methode zielt vor allem darauf ab, die Pflanzen beispielsweise durch ätherische Öle oder Heilpflanzen zu aktivieren, um – in Erics Fall – den Weinreben zu helfen, ihr Gleichgewicht wieder zu finden und sie letztlich auch zu „heilen“.

Zunächst müssen die Böden analysiert werden, um sicher zu gehen, dass diese fruchtbar sind und die benötigten Nährstoffe an die Pflanzen abgeben können. Die genaue Untersuchung des Terrains ist nötig, um Schwächen aufzuzeigen, die den Ausbruch von Krankheiten fördern könnten. Die „naturo-culture“ setzt daher einen sehr guten Umgang mit agronomischen Messgeräten voraus, insbesondere mit denen der Bio-Elektronik nach Vincent (BEV). Diese ermöglichen eine Terrain-Analyse auf Basis von 3 Parametern: PH-Wert, Redox-System (rH2) und Widerstandsfähigkeit des Bodens. Diese Messungen sind entscheidend für den Anbau nach den Prinzipien der „naturo-culture“, da sie ein eventuelles Ungleichgewicht des Bodens ermitteln können und man der Erde so das zuführen kann, was ihr fehlt. Eric befürwortet außerdem auch einen Stopp des Arbeitens in tieferen Regionen des Bodens und des Pflügens, um das mikrobiologische Gleichgewicht und den Zustand des Bodens nicht zu stören bzw. zu verschlechtern.

Dank der Zugabe von Pflanzenkompost weist der alkalische Boden von Eric nach 8 Jahren drei bis fünf Mal mehr organische Substanz auf als zuvor. Der Wassergehalt des Bodens konnte allein mithilfe der mikrobiologischen Aktivität von Champignons erhöht werden, welche auch dazu beitragen, Krankheiten von den Weinreben fernzuhalten.

Aufgrund von Erics innovativen Vorgehens in der Landwirtschaft (z. B. durch das Aussähen von Hülsenfrüchten und Neckarpflanzen) konnten sich viele Mikroorganismen auf seinem Anwesen entwickeln, die wiederum zu einem Anstieg der Bienen- und Vogelartenpräsenz auf seinem Hof führten. Das Ökosystem seiner Ländereien unterliegt einer ständigen Veränderung!

Die „naturo-culture“ von Eric findet langsam aber sicher immer mehr Nachahmer. Eine immer größer werdende Zahl an LandwirtInnen und sogar Privatpersonen interessiert sich dafür oder möchte sich zu diesem Thema fortbilden. Eric begegnet diesem Interesse mit großem Enthusiasmus und plant bereits, sein Anwesen zu einem Schulungszentrum für „naturo-culture zu erweitern. Das Ziel dieser innovativen Methode ist nicht allein ökologischer Natur, sondern auch ökonomisch betrachtet ist sie reizvoll. So können mithilfe der „naturo-culture“ beispielsweise die betrieblichen Aufwendungen verringert werden. Momenten bildet Eric 10 bis 15 LandwirtInnen pro Jahr in seinen Anbaumethoden aus.

Auch die Forschungsgemeinschaft interessiert sich für Erics „naturo-culture“. Er empfängt PraktikantInnen der INRA (Nationales Agrarforschungsinstitut) und auch Forscher des CNRS (Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) waren bereits bei ihm, um Vögel zu beobachten. Etwa 40 verschiedene Arten konnten sie auf seinem Anwesen ausmachen. Eine Erhebung der Insektenarten wird bald realisiert. Die „naturo-culture“ ist wie das ganze sie umgebende Ökosystem mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des wissenschaftlichen Interesses.

Weiterhin denkt Eric darüber nach, ein eigenes Label zu gründen, um die Qualität seiner Produkte noch besser zu kennzeichnen, als nur mit dem Bio-Label. In der Tat kann man sagen, dass seine Herangehensweise therapeutisch auf die Weinreben wirkt und dabei seinem Wein viele wichtige Nährstoffe verleiht.

Erics eigene Worte fassen das neu Gelernte am besten zusammen: „Die Natur beobachten, bevor man sie bewirtschaftet!“

Sie interessieren sich für einen Aufenthalt auf Erics Bio-Weingut? Oder in seinen renovierten Schafställen?
Das große Landhaus mit Schwimmbad von Eric und Clémentine Mari lädt zum Verweilen ein!

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